Deutscher Freidenker-Verband
Landesverband Sachsen e. V.

Mitglied im DFV e. V. – Sitz Dortmund

Stand: 24. Januar 2016


Die sächsischen Freidenker organisieren Veranstaltungen und Aktionen zu verschiedenen Themen.
Alle Interessierten sind zu den folgenden öffentlichen Veranstaltungen eingeladen. Der Eintritt ist – wenn nicht anders angegeben – frei. (Spenden werden allerdings gern entgegengenommen – unsere Aktivitäten werden ausschließlich aus Mitgliedsbeiträgen und Spenden finanziert!)

Für Mitgliedsbeiträge und Spenden können steuerwirksame Zuwendungsbestätigungen ausgestellt werden.



Regionale Gruppen/Veranstaltungen


Regionalgruppe CHEMNITZ-ERZGEBIRGE

Tag des Gedenkens an die Opfer des Faschismus

Eine Veranstaltungsreihe um den 27. Januar 2016

der VVN-BdA Chemnitz mit Unterstützung durch Kämpfer und Freunde der Spanischen Republik 1936–1939 e. V. und den Deutschen Freidenker-Verband, Landesverband Sachsen e. V.

Plakat zur Veranstaltungsreihe (JPG, 835 KiB)


Dienstag, 26. Januar 2016, 19.00 Uhr

Chemnitz, Moritzstraße 20, Großer Saal in DAStietz

Vortrag von Dr. Hans Brenner:

Todesmarsch durch Chemnitz – Feburar 1945

zusammen mit der Volkshochschule Chemnitz

Das Außenlager des KZ Groß-Rosen, Schlesiersee II, wurde im Januar 1945 aufgelöst und auf einem Todesmarsch nach Volary geschickt. Dabei kam die Kolonne mit den überwiegend jüdischen Frauen auch durch Chemnitz. Dr. Brenner zeichnet den mörderischen Marsch nach, berichtet über die Erschießungen auf der Strecke, aber auch über gelungene Fluchtversuche und vom Überleben.


Mittwoch, 27. Januar 2016, 19.00 Uhr

Frankenberg, Bahnhof, Haus der Vereine

Lesung und Gespräch mit Dr. Lars Förster (Historiker) und Marlis Apitz (Witwe von Bruno Apitz):

Verfolgt – bejubelt – vergessen. Bruno Apitz. Eine politische Biographie

mit der Rosa-Luxemburg-Stiftung Sachsen und der LAG Sachsenburg

Der in Leipzig geborene Schriftsteller Bruno Apitz (1900–1979) erlangte mit seinem Werk „Nackt unter Wölfen“ weltweite Anerkennung, es war der erste Weltbestseller der DDR-Literatur überhaupt. Zugleich galt und gilt Apitz bis heute als einer der regimetreuesten Literaten des SED-Staates, als ein Schriftsteller, der an die emanzipatorische Kraft des Kommunismus bis zuletzt wirklich glaubte. Dennoch fehlte bislang eine fundierte politische Biographie über den Autor. Der Chemnitzer Historiker Lars Förster schließt diese Lücke und beleuchtet wesentliche Facetten von Apitz’ politischem Leben neu, darunter auch dessen Schattenseiten. Er entwirft in seiner differenzierten und quellenbasierten Biographie ein lebendiges Charakterbild eines höchst sensiblen und einfühlsamen Autors.

Dr. phil. Lars Förster ist Historiker und derzeit wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Erziehungswissenschaft der TU Dresden. 2015 erschien im be.bra-Verlag seine Dissertation „Bruno Apitz. Eine politische Biographie“.

Marlis Apitz heiratete 1965 Bruno Apitz. Sie erlebte die Entstehung des Buches „Nackt unter Wölfen“ mit und ist heute eine wichtige Ansprechpartnerin zum Leben des Menschen Bruno Apitz.


Freitag, 29. Januar 2016, 19.00 Uhr

Chemnitz, Moritzstraße 20, Foyer am Steinernen Wald in DAStietz

Eröffnung der Ausstellung:

Pepita und Elisa Úriz Pi – von Badostaín nach Ostberlin – Geschichte und soziales Engagement der Schwestern Úriz

durch Marguerite Bremer. Marguerite Bremer, Tochter von katalanischen Kämpfern gegen die Franco-Diktatur, hat diese Ausstellung in die BRD gebracht.

Die Geschwister Pepita und Elisa Úriz Pi sind zwei Schlüsselfiguren in der Modernisierung der Bildungslandschaft Spaniens und engagierte Förderinnen der internationalen Frauen- und Kinderrechte. Der Spanische Bürgerkrieg veränderte ihr Schicksal auf tragische Art und Weise, doch ihr Engagement blieb unerschütterlich, zunächst an der republikanischen Front und in der Résistance gegen den Nationalsozialismus und später in der DDR, wohin sie verbannt wurden, als sie von der französischen Regierung und der Regierung Francos in der verdeckten Operation „Bolero-Paprika“ zu linken Aktivistinnen erklärt wurden.

Die Ausstellung wurde durch die Stadt Badostaín gestaltet und finanziert und mit Unterstützung durch das Instituto Cervantes Berlin ins Deutsche übertragen.

Die Ausstellung ist bis zum 29. Februar 2016 in Chemnitz zu sehen.

Begleitheft zur Ausstellung, deutsch (ACHTUNG: 35 MiB!)

Begleitheft zur Ausstellung, spanisch (ACHTUNG: 35 MiB!)

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Ortsgruppe DRESDEN

www.dresden.freidenker.org

Wir streben an, je Halbjahr zwei größere Veranstaltungen durchzuführen. Diese Veranstaltungen sollen künftig samstags am Vormittag stattfinden. Dadurch können wir einen größeren Interessentenkreis ansprechen und dessen Teilnahme ermöglichen.

In den übrigen Monaten behalten wir unsere Treffs an jedem dritten Mittwoch bei. Hier wollen wir zu einer offeneren Form übergehen und evtl. die Treffs als Diskutierklub mit weitgehend frei gewähltem Thema gestalten. Alle Veranstaltungen sind öffentlich. Wir laden alle Mitglieder, Sympathisanten und andere Interessierte herzlich ein.

Die aktuellen Termine werden in Kürze hier veröffentlicht.

Ansprechpartner: Dr. Horst Schild, DFV-Dresden@freidenker.org

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Namensweihe – ein fröhliches Familienfest

Unsere Namensweihe hat eine eigene Adresse:

namensweihe-dresden@freidenker.org


Unsere Namensweihen für Kinder sind gefragt!

Seit langer Zeit bietet der Landesverband Sachsen e. V. des Deutschen Freidenker-Verbandes Namensweihen für junge Eltern mit Kleinstkindern an. Sie bieten konfessionsfreien Familien die Möglichkeit, ihr Kind in festlichem Rahmen in Familie und Gesellschaft aufzunehmen.

Um eine größere Anzahl an Teilnehmern aufnehmen zu können, sind wir dazu übergegangen, jeweils zwei Feiern hintereinander anzubieten.

Auch im Jahr 2016 wird deshalb zu allen Terminen jeweils 10 und 11 Uhr eine Feier stattfinden, Dauer etwa eine halbe Stunde, wie gewohnt im Saal des Johannstädter Kulturtreffs e. V., Elisenstraße 35 (am Bönischplatz), 01307 Dresden, dessen Mitarbeiterinnen uns all die Jahre entgegenkommend unterstützten. Weitere Partner sind das Duo accordeon virtuosi und der Gartenbaubetrieb Thomas Rößler in Dresden-Gohlis.

Die Termine für 2015 sind – immer sonnabends – am:

  • 21. Mai 2016
  • 4. und 18. Juni 2016
  • 10. September 2016

jeweils 10 und 11 Uhr.

(Änderungen vorbehalten)

Uns entstehende Kosten für Saalmiete, Musik, Blumen, Rede, Porto und Telefon belaufen sich je Kind auf 50,00 Euro.

Da wir in den Bereichen Chemnitz, Leipzig, Ostsachsen als Verband nicht stark genug sind, werden dort im Einvernehmen mit uns Namensweiheveranstaltungen von den Regionalbüros des Sächsischen Verbandes für Jugendarbeit und Jugendweihe e. V. angeboten.

Hinweise zu unserer Praxis geben dankenswerterweise auch Standesämter, Gemeindevertretungen und örtliche Zeitungen.

Interessenten für Namensweihe-Angebote wenden sich bitte

  • aus Dresden und Umgebung an:
    DFV Sachsen
    über
    Johannstädter Kulturtreff e. V.
    Elisenstraße 35
    01307 Dresden
    (Bitte nur schriftlich; nicht anrufen!)
    oder
    namensweihe-dresden@freidenker.org
    (Natürlich kommen auch alle Nachrichten, die an dfv-sachsen@freidenker.org gesendet werden, an der richtigen Stelle an.)

  • aus den Raum Bretnig, Pulsnitz, Bautzen, Kamenz an:
    Eberhard Gebler
    Querstraße 5
    01900 Bretnig
    Ruf 035952 / 314 53
    (Unser Mitglied Eberhard Gebler bietet seit vielen Jahren in eigener Zuständigkeit Namensweihefeiern an.)

  • aus den Regionen Chemnitz, Leipzig, Görlitz:
    an die Regionalbüros des Sächsischen Verbandes für Jugendarbeit und Jugendweihe e. V.

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Wir trauern um

Prof. Dr. Johannes Aurich

5. April 1926 – 17. Mai 2015

Mit Johannes Aurich verliert der der Landesverband Sachsen des DFV einen Mitstreiter, der seit Wiederbegründung der Freidenkerbewegung in der DDR mit Einsatzbereitschaft, Herzblut und Überzeugungskraft die Sache des freien Denkens vertreten hat. In Wort und Schrift hat Johannes Aurich aus der Sicht des Philosophen die Ziele und Aufgaben des freien Denkens überzeugend dargelegt und verteidigt. Lange Jahre hat er aktiv die Leipziger Freidenkergruppe geleitet und deren interessante Treffen organisiert. Es war ihm fast immer gelungen, dafür wichtige Gesprächspartner zu gewinnen. Auch in die Arbeit des Landesvorstands unseres Verbandes brachte sich Johannes Aurich aktiv ein. Erst sein sich ständig verschlechternder Gesundheitszustand zwang ihn, kürzerzutreten und sich später fast ganz aus seinem freidenkerischen Engagement zurückzuziehen.

Wir werden das Andenken an Prof. Dr. Johannes Aurich stets in Ehren halten.

Der Landesvorstand

Wir trauern um

Prof. Dr. Harry Meißner

18. Juli 1926 – 27. März 2015

Harry Meißner wuchs im proletarischen Milieu Berlins auf. Seine Kindheit war geprägt durch die sozialen und politischen Widersprüche in der Weimarer Republik, seine Jugend und Entwicklung zum Erwachsenen durch den Vormarsch des Faschismus in Deutschland und die Vorbereitungen des Zweiten Weltkrieges. Als Siebzehnjähriger wurde Harry in die Nazi-Wehrmacht einberufen. Nach der Schlacht um die Seelower Höhen 1945 kam er in sowjetische Kriegsgefangenschaft. Bis 1949 stellte er sich dort der antifaschistischen Aufklärungsarbeit zur Verfügung.

Als Harry 1949 in die DDR zurückkehrte, nahm er eine umfangreiche politische Tätigkeit auf. Er beteiligte sich aktiv am antifaschistisch-demokratischen Aufbau in der DDR, übernahm Funktionen im FDGB, in der SED und in der Gesellschaft für deutsch-sowjetische Freundschaft.

Er diplomierte auf dem Gebiet der Sozial- und Politikwissenschaften und promovierte zum Dr. phil. 1976 wurde er zum ordentlichen Professor an die Technische Universität Dresden berufen und war hier viele Jahre Direktor des Industrie-Institutes. Bis zu seinem 65. Geburtstag im Jahre 1991 war er als ordentlicher Professor an der TU Dresden tätig.

Harry Meißner gehörte zu den Pionieren der Freidenkerbewegung der DDR und engagierte sich seit Januar 1989 für die Gründung des Verbandes der Freidenker der DDR. Er wurde zu dessen Vorsitzendem im Bezirk Dresden, danach zum Ko-Vorsitzenden im Freistaat Sachsen gewählt und gehörte ab Juni 1989 dem Bundesausschuss des VdF an. 1990 bestimmte ihn der Bundesausschuss zum Mitglied der Verhandlungsgruppe, die mit den westdeutschen Freidenkern die Bildung eines gemeinsamen Deutschen Freidenker-Verbandes vorbereitete.

Beim Vereinigungsverbandstag 1991 in Braunschweig wurde Harry Meißner zum stellvertretenden Verbandsvorsitzenden gewählt. In der Folgezeit übte Harry zahlreiche Funktionen auf Bundesebene aus – als Referent des Verbandsvorstandes, als Verantwortlicher im Fachverband für weltliche Bestattungs- und Trauerkultur sowie als Mitglied des geschäftsführenden Verbandsvorstandes des DFV. Nachdem er aus diesem Gremium 2012 aus gesundheitlichen Gründen ausschied, wurde er in den Beirat des Deutschen Freidenker-Verbandes berufen.

Harry hat jahrzehntelang mit Überzeugung, Herzblut und all seiner Kraft für die Ideen der sozialistischen Freidenkerbewegung gekämpft. Sein Engagement und beispielhaftes Wirken hat ihm und seiner Organisation, weit über die Mitgliedschaft des Freidenkerverbandes hinaus, große Anerkennung eingebracht. Viele Hinterbliebene und Freunde verstorbener Genossinnen und Genossen erinnern sich dankbar an seine tröstenden Worte bei ungezählten Trauerfeiern, in denen er der Persönlichkeit und Lebensleistung der Verstorbenen Respekt zollte.

Harry Meißner ließ sich nie in seinem Bemühen beirren, Trennendes beiseite zu schieben, das Verbindende zu suchen und gemeinsames Handeln zu ermöglichen. Er betrachtete es als Tragik der linken Bewegung, diese Lehre aus dem Faschismus nur ungenügend in ihrer Praxis zu beachten. Die Ernsthaftigkeit seiner Überzeugungen und seines Engagements verband Harry in bewundernswerter Weise mit einer Leichtigkeit des Lebens, man suchte seine Gesellschaft auch, weil es die eigene Unbeschwertheit förderte.

Von dem Schicksalsschlag des Todes seiner geliebten Frau Mabel im Mai 2014 hat sich Harry nicht wieder erholt. Wir erinnern uns an Harrys Wirken mit großer Dankbarkeit und werden den Kampf für seine Ideale weiterführen.

Der Landes- und Bundesvorstand

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